Vor einigen Monaten (um genau zu sein im April) habe ich von heute auf morgen beschlossen vegetarisch/vegan zu leben. Seit letztem Herbst versuche ich weniger zu konsumieren und nur einzukaufen, was ich wirklich brauche (vor allem rund um das Universum Mode).

Außerdem verwende ich zusätzlich zu den Produkten, die ich bereits schätze, ausprobieren möchte und teilweise noch aufbrauche, immer mehr Naturkosmetik. Auch über Müllvermeidung mache ich mir Gedanken. Wieso ich das alles erzähle?

 

© Flo Moshammer

© Flo Moshammer

Weil ich mich oft dabei erwische, dass ich mich wegen vieler Kleinigkeiten fertigmache und mich viel zu schnell über mich selbst ärgere. Gibt es im Urlaub mal keine vegane Alternative, greife ich zur vegetarischen und ärgere mich, dass ich die Karte nicht vorher im Internet recherchiert habe. Gehe ich zum Sushi&Maki-Laden um die Ecke, ärgere ich mich, dass mir selbstverständlich Stäbchen und Soße eingepackt wurden, obwohl ich diese zu Hause habe und der Müllvermeidung wegen nie nehme. Laufe ich schnell zum Hofer und vergesse meinen Jute-Sack (ich kann die Hipster-Jokes schon hören 😜 ) ärgere ich mich auch. So viel Ärger kann und soll in meinem Leben keinen Platz haben und daher habe ich beschlossen, mir selbst mehr zu vergeben und es einfach beim nächsten Mal besser zu machen. 

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So schnell wie wir anderen die kleinen, alltäglichen Fehltritte vergeben, so sollten wir diese auch uns selbst  verzeihen können. Denn wir sind nun mal keine Superhelden, die perfekt in ökologisch produzierten Klamotten gekleidet, bio/fair/vegan/raw/organic Food essend und 100% umweltschonend unseren Zero Waste Lifestyle leben. Ich versuche nun seit einem Jahr meinen Lebensstil zu ändern und mir immer mehr Gedanken über die Folgen meiner Handlungen zu machen. Das funktioniert an manchen Tagen einfach besser, als an anderen – und das ist vollkommen normal!

Für eine bessere Zukunft

Es gibt in unserer Gesellschaft keine Schwarz-Weißen-Fronten (auch wenn uns das viele heutzutage einreden möchten): Nicht jeder, der sich keine Gedanken über seine Ernährung macht, schert sich nicht um die Umwelt. Und auch nicht jeder, der mit einem Jute-Sackerl durch die Straßen läuft, achtet besonders auf Regionalität und Bio-Zerftifikate – und das ist OK! Ich habe für mich beschlossen diesen Weg zu gehen und habe bis heute mit diesen ‚Labels‘ zu kämpfen. Weder die eine noch die andere Seite hat das Recht anderen vorzuschreiben, wie man leben sollte.

Denn die meisten von uns befinden sich einfach irgendwo in der Mitte und meistern ihren Alltag mit bestem Wissen und Gewissen. Ich finde, dass der wichtigste und fundamentalste Schritt in die richtige Richtung der der Kommunikation ist. Über Sprache erfahren wir unsere Welt und über gesellschaftliche Diskussionen können wir alte Muster aufbrechen und diese umstrukturieren. Deshalb habe ich die Hoffnung, dass unsere Urenkel in 100 Jahren eine ganz andere Welt erleben, in der es ganz einfach keine Plastik-Sackerl mehr gibt und Massentierhaltung ein unvorstellbares Gräuel der Vergangenheit ist. Der Weg dorthin ist sicher noch ein weiter aber wenn wir uns nicht von Kleinigkeiten aufhalten lassen und schneller wieder nach vorne schauen, können wir uns schneller wieder aufs Wesentliche konzentrieren: Die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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Man kann und wird nie alle Disziplinen des Lebens mit Bravour meistern. Aber an den Höhen sowie auch den Tiefen merkt man wenigstens, dass man ein echtes Leben lebt und nicht nur auf der gleichen Stelle tritt, bis man schließlich den Löffel abgibt. Man verändert sich, macht sich Gedanken und ja … man ärgert sich ab und zu.

 

*Handyhülle: Geschenk von www.annalauraloves.com