„Wie viele Bären hast du schon gesehen?“ Wie oft ich diese Frage gehört habe! Tja, hier gibt es Einiges aufzuklären. Im Osten Kanada weht ein anderer Wind. Was ich erlebt habe, lest ihr hier.

Vor meinem Urlaub dachte ich, Kanada bestünde nur aus Wäldern, ich würde permanent frieren und um einen Bären zu sehen, müsste ich meine Augen nur weit aufreißen. Tja, da haben wir wieder das Problem mit den Klischees. Oft sind sie nicht so wahr, wie man meinen würde. Wo ging es hin? In den Osten. Hier gehört mir ja schon eine verpasst. Denn von einsamen Bergen, Natur pur und rarem Internetempfang kann dort kein Lied gesungen werden.

Viel eher haben wir uns große Städte angesehen und sommerliche Temperaturen um die 30 Grad genossen. Kanada also ganz anders, als es sich mein kleines Köpfchen ausgemalt hat. Doch das hat den Urlaub keinesfalls weniger schön gemacht. Das Land ist toll, seine Bewohner auffallend freundlich und der Osten Kanadas auf alle Fälle eine Reise wert.

Doch ich will nicht um den heißen Brei reden und gleichzeitig nicht zu weit ausufern, das passiert bei Reiseberichten ja ganz leicht.

Die Route

Jedes Jahr möchte ich einen großen Urlaub machen. Das heißt, mir reichlich Zeit zu nehmen, um wirklich einen Eindruck von einem Land bekommen zu können. Heuer haben wir – mein Freund und ich – uns für den Osten Kanadas entschieden. Damit wir uns ein bisschen unabhängiger bewegen konnten, haben wir ein Auto gemietet und uns an das dreiwöchige Abenteuer ‚Roadtrip‘ gewagt.

  • Toronto
  •  Prince Edward County 
  •  Kingston / Thousand Islands
  • Montreal 
  • Quebec 
  • La Mauricie National Park
  • Mont-Tremblant National Park 
  • Ottawa 
  • Kawartha Lakes
  • Niagara Falls 
  • Toronto

Die Playlist

Ein Roadtrip muss natürlich musikalisch untermalt werden. Meine Playlist für Kanada habe ich euch bereits in diesem Beitrag vorgestellt. Reinhören lohnt sich!

Die Highlights

Toronto:

In Toronto startete unserer Reise. Diese Stadt ist genauso modern, wie sie heruntergekommen ist – wohl eine typische Metropole. Am liebsten mochte ich es am Kensington Market, an der Queen Street und in den Vierteln um die Universität. Ersteres ist eine richtige Hippie-Hochburg. In Baracken finden sich Hipster-Cafés und coole Bars locken am Nachmittag durch Happy Hour-Preise. Yoga-Schnickschnack darf natürlich auch nicht fehlen. Die Queen Street wird, umso näher man zu Zentrum kommt, immer schöner. Tolle Lokale laden zum Verweilen ein. Weiter draußen ist sie jedoch Treffpunkt für die Verrückten der Stadt – hier sieht man wirklich die seltsamsten Gestalten. The Annex und Yorkville sind Viertel rund um die Universität und beliebte Wohnorte. Überall wo Studenten sind, wird HIP groß geschrieben. Also nichts wie hin.

Prince Edward County:

Prince Edward County ist eine Halbinsel, ungefähr 1,5 Autostunden von Toronto entfernt. Hier kann man so richtig entspannen und dabei ein gutes Glas Wein trinken (zahlreiche Weingüter profitieren von einem ähnlichen Erdreich, wie es in der Provence gegeben ist). Dem Sandbanks Park sollte man unbedingt einen Besuch abstatten. Wir waren am Abend dort und hatten den dünenreichen Strand quasi für uns.

Thousand Islands:

Das Gebiet der Thousand Islands beginnt bei Kingston und umfasst an die 3000 kleine Inseln. Einige sind nur so groß, sodass ein einziges Haus darauf Platz findet – viele sind auch komplett unbewohnt. Eine Bootsfahrt durch die idyllischen Landschaft kann ich nur wärmstens empfehlen.

Montreal:

An Montreal mochte ich einfach alles. Hier hatte ich sofort dieses behagliche Gefühl, das man auch zu Hause findet. Das Moderne einer amerikanischen Stadt trifft auf französischen Flair. Boulangeries reihen sich an hippe Kaffees und auf den Straßen kann man die Weltoffenheit der Menschen spüren. Besonders toll fand ich die Viertel Plateau Mont-Royal, Mile-End und Old Town / Old Port. Ein heißer Tipp: das Citybike-System ist nicht mit dem unseren zu vergleichen. Die Stationen sind viel frequentierter, man muss sich keinen Account zulegen und schon für 5 Dollar am Tag kann man die Stadt auf zwei Rädern erkunden. Dazwischen kann das Rad an jeder beliebigen Station abgestellt und dann an derselben oder aber auch an einer anderen wieder aufgenommen werden – ohne mehr bezahlen zu müssen.

Quebec:

Quebec gilt als die älteste Stadt Nordamerikas und ist die einzige nördlich von Mexico City mit einer Stadtmauer. Ihr ahnt es bestimmt schon, hier liegt Geschichte in der Luft. Und wo historische Prachtbauten das Stadtbild prägen, dort sind auch die Touristenmassen nicht weit. Das ist aber auch schon der einzige Nachteil dieses Fleckchens Erde. Die Stadt ist wirklich süß und die vielen Grünflächen sowie die Stadtmauer bieten sich an, um sich ein paar Stunden aufs Ohr zu legen. Außerdem soll hier das Nationalgericht erfunden worden sein – Poutine. ‚Chez Ashton‘ behauptet der Erfinder der Pommes mit Bratensauce und Käse zu sein.

La Mauricie und Mont-Tremblant:

Für uns war klar: sind wir in Kanada, brauchen wir auch ein wenig Wildnis-Feeling. Zum Wandern sind wir in die Nationalparks La Mauricie und Mont-Tremblant gefahren. Ersterer ist eindeutig weniger touristisch und wir haben uns für den ‚Lac du Pimbina‘-Wanderweg (13,1 km / 5,5 Stunden) entschieden. Dieser führt durch einen wundervollen Wald und an insgesamt 5 Seen vorbei. Den Weg schafft man aber problemlos in 4 Stunden. Mont-Tremblant ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Montrealer Bevölkerung – hier ist man nicht wirklich oft alleine. Wir haben den schnellsten Weg hinauf (über eine Piste; Achtung: sehr steil) und den längsten Weg hinunter gewählt und dadurch tatsächlich ein wenig Einsamkeit errungen.

Ottawa:

Die Hauptstadt Kanadas ist eine entzückende Stadt, der unbedingt ein Besuch abgestattet werden sollte. Der Parlament Hill, der ByWard Market und der Kanal haben mir am besten gefallen.

Niagara Falls:

Wenn man durch den Osten Kanadas reist, dürfen die weltbekannten Niagara Fälle natürlich nicht ausgelassen werden. Diese bestaunen nicht durch ihre Höhe, aber sehr wohl durch die gigantische Wassermasse, die brausend hinunter prescht. So toll die Wasserfälle sind, so erschrockener war ich von dem Drumherum. Das Wahrzeichen wird monetär ausgeschlachtet und so wurde angrenzend eine wahre Spielzeugstadt, die sehr an Las Vegas erinnert,  aufgebaut.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

In Kanada kann es ganz schön heiß, aber eben auch kalt werden – ganz ähnlich wie bei uns. Daher habe ich sowohl eine Sonnenbrille und eine Wasserfalsche, aber auch einen Rollkragenpullover, eine Regenjacke sowie Haube und Schal eingepackt. Was auf einer Reise, bei der man viel zu Fuß zurücklegt, auf keinen Fall fehlen darf, sind festes Schuhwerk und ein Rucksack.

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Ich hoffe, ihr konntet einen Eindruck von Kanadas Osten gewinnen. Ich würde mich sehr über eure Gedanken in den Kommentaren freuen.

 

Illustrationen:
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