Tokio Travel Diary #2
City of blinding lights

Tokio Travel Diary #2
City of blinding lights

Tokio Travel Diary #2
City of blinding lights

Ich weiß nicht, wo ich beginnen soll … was für eine wahnsinnig verrückte, aufregende und vielseitige Stadt! Die Millionen-Metropole Tokio hat so unglaublich viel Charme und überfordert einen gleichzeitig dermaßen, dass es schwierig ist, nur einen Beitrag darüber zu schreiben.

Ich werde versuchen, die schönsten Erfahrungen und die ersten Eindrücke, die wir in acht Tagen Tokio gesammelt haben, in diesem Travel Diary zusammenzufassen. Eines kann ich jedoch jetzt schon ganz klar sagen: We will be back!

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Zurechtfinden in Tokio

Wir landen nach einem 12-stündigen Flug von Istanbul nach Tokio am Narita Airport. Müde und aufgeregt geht es erst einmal in den Narita Express, einem Zug, der den weit entfernt liegenden Flughafen mit der Metropole verbindet. Dieser spuckt uns nach ungefähr 80 Minuten Fahrt mitten auf der geschäftigsten Bahn-Station der Welt aus, die für die kommenden Tage unser Ausgangspunkt werden soll: Shinjuku Station. Hier werden täglich 3 Millionen Fahrgäste abgefertigt und zur Rush Hour sogar Leute in Züge gestopft (wir kamen in den Genuss, als wir um 9 Uhr in der Früh Richtung Fischmarkt fuhren). Man kann sich die Geschäftigkeit und die Größe des Bahnhofes fast nicht vorstellen.

Shibuya Crossing
Shibuya Crossing

Diese Menge an Fahrgästen erklärt sich erst, wenn man sich die Straßen der Metropole ansieht: Kein Stau, kein Gehupe und (für die Größe der Stadt) fast keine Autos. Taxis sind sehr teuer und Autofahren ebenso. Deshalb ist das U- und S-Bahn-Netz extrem wichtig für die 35 Millionen Menschen im Einzugsgebiet Tokios. Züge verspäten sich auch nicht – maximal drei Minuten weichen die Züge vom Fahrplan ab. Bezahlt wird an maschinellen Schaltern, wir haben uns für die Möglichkeit entschieden, für jede Strecke einzeln zu bezahlen – einen Pass gibt es jedoch auch. Es dauert eine Weile bis wir das verrückte und scheinbar unzusammenhängende System verstehen, aber nach 1-2 Tagen haben wir den Dreh beim U-Bahn-Fahren heraus.

Sundown
Sundown

Wohnen und Leben

Die meisten Japaner wohnen in Tokio in kleinen Wohnungen, die wenig Komfort liefern. Platz bedeutet hier Geld, denn von ersterem gibt es schlicht und einfach zu wenig für die vielen Menschen. Unser AirBnB liegt im 7. Stock eines Wohngebäudes mit Portier in mitten des Geschäfts- und Vergnügungsviertels Shinjuku. Die meisten Menschen könnten sich so eine ‚Luxus‘-Wohnung nicht leisten, wohnen am Stadtrand und pendeln täglich zur Arbeit. Auf engstem Raum (ungefähr 12 Quadratmeter) kann man sich die horrende Miete fast nicht ausmalen – für eine ähnliche Wohnung könnte man hier bis zu 3.000 € Miete verlangen. Auch sonst zählt Tokio zu den teuersten Städten der Welt, was vor allem für unerfahrene Touristen wie uns bemerkbar wird. Wahrscheinlich gehen gerade deshalb auch die Geburtenraten der Metropole stetig zurück, Kinder und Betreuung kann sich (neben dem Wohnen) hier fast keiner (wirklich) leisten.

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Unser Programm

Mit einem Lonely Planet bewaffnet erkunden wir (gefühlt) jeden Winkel der Stadt – kein Umweg ist uns zu groß und jedes Viertel wird erkundet. Man kann sich die Stadt wie einen Zusammenschluss aus 23 einzelnen Städten vorstellen, jede mit einem eigenen Charm und Stil. Shinjuku ist der perfekte Einstieg in diese riesige Vielfalt: Restaurants und Spielhallen, Wolkenkratzern und Neonbeleuchtung, Anzeigen und vielen Bars. Shibuya   ist das schlagende Herz des Konsums und des Shoppings-Wahnsinns, Harajuku das Mekka der Jugendkultur und berühmt für ausgefallene Styles und gleichzeitig, mit dem Meiji-Schrein, eine grüne Oase und spirituelle Anlaufstelle  und in Ueno ist die Kultur und Kunst beheimatet.

The National Art Center Tokio
The National Art Center Tokio

Man benötigt wirklich ein wenig Zeit und Google Maps (!!), um alle größeren Viertel zu entdecken, aber ich kann euch versprechen – es ist es wert! Neben den bereits genannten bekannteren Viertel haben es mir zwei Gegenden besonders angetan:

Shimo-Kitazawa

Nur zwei Stationen mit einer weniger frequentierten U-Bahn-Linie von Shibuya entfernt liegt ein Viertel, das wie ein kleines Hippie-Dorf wirkt. Second Hand- und Vintage-Stores reihen sich nebeneinander, kleine Gassen gilt es zu Fuß zu erkunden und die Gebäude sind (ganz un-Tokio-like) niedrig.

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Naka-Meguro/Daikanyama

Wer mir damals schon auf Snapchat gefolgt ist (alina.john für zukünftige Abenteuer 😉 ), konnte hören, dass ich in diesem Viertel nicht mehr aus dem Staunen herausgekommen bin – es ist ein bisschen wie eine Mischung aus dem 7. Bezirk in Wien (Hip und Bohemian) im Design der WU-Mensa. Es ist, im Vergleich zum geschäftigen Treiben anderer Viertel, fast ruhig und charakteristisch sind Concept Stores, Hundesalons (kleine Hunde wie Mini-Pudel, Dackel und Corgis sind schwer angesagt), Bookstores und wunderhübsche, moderne Cafés.

Außerdem durchzieht dieses Viertel ein begrünter Fluss, an dem sich die schönsten Geschäfte japanischer Designer reihen.

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Essen

Ich habe einmal gelesen, dass in Tokio 30.000 Restaurants zu finden sind – jetzt glaube ich sogar, dass es mehr sein müssen. Sie stapeln sich wortwörtlich! In einem achtstöckigen Gebäude ist nicht selten auf jeder Ebene ein anderes Restaurant (oder mehrere) beheimatet. Umso verwunderlicher ist es daher, dass es in den seltensten Fällen vegane/vegetarische Speisen gibt. Maki oder Gemüse kommen hier kaum auf den Teller. Ramen, Suppen und überall Fleisch! Am besten Ausschau halten (in touristischen Gegenden ist es ein wenig einfacher) oder sich vorher informieren.

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Rainbow Bird

Vegane Restaurant-Tipps in Tokio:

  • Lima Café (Shinjuku)
  • Rainbow Bird  (Kamimeguro)
  • Café direkt neben Lima (selbes Gebäude im Innenhof) – leider konnte ich den japanischen Namen nicht übersetzen, aber die Adresse ist die gleiche  🙂
  • Vegetarisch: Kohmen (Harajuku)
Lima Café
Lima Café

Japanische Mentalität

Manchmal stimmen die Clichés: Japaner sind extrem bedacht, freundlich und fast schüchtern. Niemand hat uns in der U-Bahn angestarrt (obwohl  ‚Westerners‘ wirklich sehr auffallen) und wir haben uns immer willkommen gefühlt. So wirklich geöffnet hat sich jedoch keiner, man bleibt gerne unter sich. Außer, wenn Japaner betrunken sind (was ziemlich schnell geht) – dann gibt es kein Halten mehr und auch mit der Schüchternheit ist es vorbei. Fotos werden gemacht und Komplimente verteilt. Auch Disziplin und Zusammenhalt wird – sogar in der Großstadt – groß geschrieben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Sauberkeit der Stadt, obwohl es nirgends, wirklich nirgends Mistkübel gibt. Man nimmt den Müll, den man produziert mit Nachhause! (Es stimmt, wir haben nachgefragt) Dort trennt man ihn feinsäuberlich, weil es auf dem ‚kleinen‘ Japan ein Müllproblem gibt.

Mode

Ich könnte stundenlang über meine Reise nach Tokio schreiben … es gibt einfach so viel zu erzählen! Im ersten Beitrag hat sich bereits alles um die Trends in der Metropole gedreht, die vor ein paar Monaten, als ich die Stadt besucht habe, schwer angesagt waren . Außerdem zeige ich euch dort, was  ich mir gekauft habe. Besonders fasziniert hat mich, dass es, nicht wie bei uns, an jeder Ecke die gleichen Geschäfte gibt. H&M, Zara und Co. findet man nur ganz selten auf den größeren Shopping-Straßen. Meistens haben Concept Stores und japanische Labels die hippen Viertel erobert und behaupten sich mit Stil und Innovation gegen die großen Moderiesen!

Tokio Travel Diary #3

Meine Tokio Top 13

 

Seid gespannt, ein weiterer Tokio Beitrag erwartet euch noch und ich kann euch versprechen, das Beste habe ich für den Schluss aufgehoben 😉

 

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