Sich zurücklehnen, die Beine hochlagern und zu überlegen, wie der heutige Tag gestaltet wird – das gibt es bei mir nicht. Mein Kalender ist vollgestopft mit Terminen, die es allesamt einzuhalten gilt. Sogar meine Freizeit ist bis zu einem gewissen Grad getimed. Wie ich es dennoch schaffe, jedem Tag lächelnd entgegenzutreten, erfahrt ihr heute.

Wenn man einen Vollzeitjob, den Uni-Alltag, das Schreiben für den Blog und auch das Privatleben zeitgleich schaukeln möchte, muss man sich eingestehen, dass die Zeiten der sorglosen Schau-ma-mal-Attitüde und des Sich-treiben-Lassens vorüber sind. Ich befinde mich seit Anfang diesen Jahres in genau so einer Situation und muss sagen, dass nicht jeder Tag zum Lachen ist und ich, zum Leidwesen meines Freundes, das Ende vieler Filme verpasst habe, weil ich vor Ermüdung meine Augen nicht mehr offen halten konnte. Dennoch wache ich jeden Morgen fröhlich auf und freue mich auf den Tag, an dem ich wieder neue Dinge lernen und erleben darf. Meine kleinen Geheimrezepte für das Sitzen im Spagat des Lebens, möchte ich hier mit euch teilen. Mir ist klar, dass das Bewahren von einer optimistischen Gesamteinstellung nicht gerade die einfachste Aufgabe ist. Sie verlangt permanentes Reflektieren und ein bisschen Organisation – doch sie lohnt sich auf alle Fälle!

© Flo Moshammer

You go girl – Selbstmotivation ist das A und O

Ich würde nie auf die Idee kommen, einen Tag schon im Vorhinein schwarz zu malen. Denn wenn ich mir schon beim Aufstehen denke, dass nur Schlechtes auf mich zukommt, kann ich die gute Laune gleich vergessen. Sich selbst zu motivieren ist das Um und Auf. Ohne positive Gedanken geht bei mir gar nichts. So freue ich mich beispielsweise über die Sonne, die meine Nase auf dem Weg zur Arbeit kitzelt, oder über wenige To Dos auf meiner Liste. Steht ein anstrengender Tag bevor, freue ich mich, dass er morgen schon wieder vorüber ist. Jede Medaille hat zwei Seiten, ich versuche mich stets für die optimistische zu entscheiden. Alles heitere Wonne also!

Eines nach dem anderen

Mein Po würde am liebsten auf allen Kirtagen zugleich tanzen, doch klar ist, das geht nicht. Prioritäten müssen her! Das Aufstellen einer Rangliste hilft den Tagesablauf zu strukturieren, bringt Ordnung und bewahrt mich vor dem vollkommenen Chaos. Nicht immer müssen berufliche oder universitäre Termine an oberster Stelle stehen. An manchen Tagen ist mein höchstes Ziel, meine Eltern zu besuchen oder auf dem Sofa zu kuscheln. Diese Dinge sind eben auch wichtig und haben ihren Platz in der ersten Reihe verdient.

Ein bisschen Oma sein tut gut

Mit dem Definieren von Prioritäten komme ich automatisch zu dem nächsten Punkt: eigene Grenzen kennen. Oft neigt man dau, sich zu übernehmen und immer mehr zu wollen, als man eigentlich schaffen kann. Seine eigene Reserven zu kennen ist sehr wichtig, bewahren sie einen immerhin vor der völligen Erschöpfung. So denke ich mir beispielsweise manchmal, dass ich es nicht schaffe, nach der Arbeit bis um 1 Uhr in irgendeiner Bar Cocktails zu trinken, sondern lieber schon um 11 Uhr ins Bett gehe. Das Oma-Dasein lässt grüßen.Und hin und wieder ist das auch vollkommen in Ordnung.

You happy little human

Zu viel zu tun zu haben ist ein Privileg. Viele wissen mit ihrem Tag nichts anzufangen und langweilen sich zu Tode. Die Möglichkeit zu haben, an so vielen Dingen, die einem Spaß machen, beteiligt sein zu dürfen, ist ein Geschenk. Deswegen betrachte ich den vollen Terminkalender nicht gleich mit Abscheu, sondern stelle mir vor, wie ich mich fühlen würde, wenn er vollkommen leer wäre. Ich bevorzuge auf alle Fälle die „Ui-geht-da-wirklich-noch-etwas“-Fülle!

© Flo Moshammer

Lass uns ein wenig Abstand nehmen!

Wird mir alles zu viel, muss ein Tapetenwechsel her. Manchmal brauche ich eben einfach Zeit für mich, die niemandem sonst gehört. So gönne ich mir zum Beispiel eine Stunde Yoga, lese ein Buch oder setze mich in den Park, um in die Luft zu schauen. Dumme Fernsehsendungen ansehen, finde ich übrigens auch ganz toll, um Stresshormone abzubauen. Nicht jede Aktivität muss einen offensichtlichen, zukunftsweisenden Sinn haben. Diese Unternehmungen kosten zwar kurzweilig ein wenig Zeit, die produktiver genutzt werden könnte, doch langfristig machen sie glücklicher und bringen dadurch auch automatisch mehr Energie.

Was tut sie eigentlich?

Nur zur Information für all diejenigen, die nicht genau wissen, wie mein derzeitiges Leben aussieht. Ich arbeite mit großer Freude an dem Blog – ja genau der, den ihr gerade lest – versuche möglichst bald meinen Magister in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien abzuschließen, arbeite Vollzeit im Bereich Social Media und habe, man glaubt es kaum, auch noch private, natürlich selbst gewollte, Verpflichtungen. Ich liebe mein Leben, doch es ist eben auch anstrengend. Damit ich meine fröhliche Art beibehalten kann, braucht es reflektierte Gedanken und Gespräche, die mich zu den oben genannten Punkten gebracht haben. Ich wollte sie mit euch teilen, damit vielleicht auch ihr, in ähnlichen Situationen, ein bisschen breiter Grinsen könnt.

Ich hoffe, ihr könnt ein paar Punkte in euren Alltag aufnehmen und ein bisschen Fröhlichkeit dazu gewinnen. Ich würde mich sehr freuen, weitere Tipps in den Kommentaren zu lesen.