In seinem Leben liest man wohl viele Bücher – viele, die entspannen, bewegen, fröhlich oder vielleicht auch traurig machen. Aber es gibt nicht viele Bücher, die einen durch das Leben begleiten. Wie schon Alina in diesem Artikel, möchte auch ich über die Seiten, die mich veränderten, plaudern.

Kleiner Fun Fact: in jedes Buch, das ich lese (und natürlich mir gehört), mache ich kleine Eselsohren an den Stellen, die mir besonders gut gefallen. Zu jedem Buch bekommt ihr heute also auch ein paar meiner Lieblingszeilen obendrauf.

Milk and Honey – Rupi Kaur

how you love yourself is
how you teach others
to love you

 

Dieses Buch ist eine Sammlung an Gedichten, die sich der Frage des Überlebens widmen – Gewalt, Missbrauch, Liebe, Verlust und Weiblichkeit werden zum Thema gemacht. „milk and honey“ ist nicht ohne Grund ein Bestseller und wohl das Buch, das die meisten meiner Eselsohren zieren. Jedes einzelne Gedicht bringt mich zum Nachdenken, ein paar wenige sogar zum Weinen. Leichtigkeit und Schwere lösen sich ab. Ich liebe es!

Der fernste Ort – Daniel Kehlmann

 

Er verstand immer noch nichts, außer dass alles eines war, aber irgendwie dann wieder nicht, und dass es Freiheit nicht gab, oder eigentlich doch, denn sie bestand eben darin, zu begreifen, dass sie nicht da war.

 

Die Flucht aus dem Alltag, von den Verantwortungen und den lästigen Aufgaben, die sich auf der ToDo-Liste ansammeln – wer würde sie nicht hin und wieder gerne ergreifen. „Der fernste Ort“ handelt von der Chance, ein neues Leben zu beginnen. Soll man scheinbar unvorstellbare Möglichkeiten ergreifen und ist ein Entrinnen überhaupt möglich?

Dieses Buch hat mich sehr gefesselt und zählt definitiv zu meinen Lieblingsbüchern. Es stellt mir die „Was wäre wenn“-Frage und lässt mich meinen eigenen Entscheidungen im Leben näher sein.

Wir kennen uns doch kaum – Max Küng

 

„Sie gingen weiter. Meta legte ihren Kopf an seine Schulter. Als er sie anblickte, sah er sie lächeln. Sie hob ihren Kopf und drückte ihm einen Kuss auf den Hals und während sie seinen Hals küsste, so gut das ging im Gehen, sang er halb flüsternd, flüsterte halb singend: „Wir sind nicht zwei, wir sind eins. Ich hab’s in deinen Augen gesehen.“

 

Zwei Menschen, die es verpasst haben, sich kennenzulernen und nun im E-Mail-Kontakt zueinander stehen. Die virtuellen Gespräche sind superlustig und gleichzeitig erstaunt die gewählte Sprache des Autors. Ich habe mich in die Protagonisten verliebt und Charakterzüge entdeckt, die ich auch gerne bei mir finden würde. Wahrscheinlich mag ich dieses Buch deshalb so gerne.

Madame steigt den Hügel hinab – Dimitri Verhulst

So gerne ich auch würde, hier kann ich euch leider keine Lieblingsstelle anführen. Warum? Tja, die letzte Weihnachtswunschliste meines Bruder verlangte etwas, das mich berührt. Das konnte alles sein und ich entschloss mich dazu, ihm dieses Buch zu schenken. Der darin enthaltende Liebesbrief ist für mich der schönste, den ich je gelesen habe, und jedes Mal muss ich ein paar Tränchen verdrücken. Er ist so schlicht und echt – und das sind die Dinge, dir mir durch Mark und Bein gehen.

Madame Verona beschließt in einer Februarnacht vom Hügel hinabzusteigen und mit ihrem Hund auf den Tod zu warten. Auch wenn dieses Buch sehr dünn ist, sollte man sich mit dem Lesen und Nachdenken Zeit lassen. Den das Tiefgründige steckt zwischen den Zeilen. 

Der Steppenwolf – Hermann Hesse

 

Ja, es sind eben gar zu viele Menschen auf der Welt. Früher merkte man es nicht so. Aber jetzt, wo jeder nicht bloß Luft atmen, sondern auch ein Auto haben will, jetzt merkt man es eben.

 

„Der Steppenwolf“ ist vollgepackt mit Weisheiten, sodass es schwer war, sich für eine zu entscheiden. Hesse nicht nicht für jeden das Richtige. Ich habe ihn in meiner Schulzeit zu schätzen gelernt und keines seiner Bücher hat mich seither losgelassen, denn man taucht in eine völlig neue Gedankenwelt ein.

Der Protagonist Harry Haller glaubt aus zwei Naturen zu bestehen – Kultur- und Triebwesen. Er ist Intellektueller und Außenseiter und wird mit der Zeit immer depressiver. Das Buch handelt vom Leben und Sterben und davon was passiert, wenn man erkennt, dass alles, was relevant zu sein scheint, keine Relevanz besitzt. Und natürlich davon, wie man mit dieser Erkenntnis leben kann.

Man muss sich auf Hesse einlassen, doch einmal geschehen, gibt es kein Zurück mehr.

Diese kleine Liste enthält auf jeden Fall Bücher, die es geschafft haben, mein Leben zumindest ein bisschen zu verändern. Welche würdet ihr nennen? Hinterlasst mir doch einen Kommentar mit euren Life-Changing-Books – ich kann immer neuen Lesestoff brauchen :).