Bei Wind und Wetter zieht es mich nach draußen, um mir zumindest für kurze Zeit die Füße zu vertreten. Wo man das im Herbst am besten machen kann, erfahrt ihr in diesem Artikel.

„Es regnet? Ach, das ist doch das perfekte Spaziergeh-Wetter!“ Meinen armen Freund, habe ich schon so weit gebracht, bei jeder Wetterlage durch die Welt zu ziehen. Ich bin ein quirliger Mensch und wenn ich einen ganzen Tag zu Hause verbringen muss, dann habe ich das Gefühl, meine Zeit sei verschwendet – Krankenstand ist demnach ein Graus, aber zumindest ist dann die Wohnung blitze-blank.

Spazieren zu gehen finde ich einfach eine wundervolle Beschäftigung, alleine, zu zweit oder in der Gruppe – ganz egal. Zählt das schon als geeignetes Hobby? Ach egal. Um zum Punkt zu kommen, ich sehe mir die Welt sehr gerne auf dem Fußweg an. Im Herbst mache ich das sogar ganz besonders gerne. Das verfärbte Laub bringt eine eigene Stimmung mit sich und das Sonnenlicht wirkt mit den rot-braunen Farben noch wärmer. Das ist einfach herrlich. Natürlich will ich euch an meinem Frische-Luft-Glück teilhaben lassen. Deshalb habe ich versucht, euch meine Lieblingsplätze zum Beine-Vertreten zusammenzusammeln.

Lainzer Tiergarten

Ganz in der Nähe des Lainzer Tiergartens wohnt meine Großmutter und früher haben wir oft nach Kaffee und Kuchen eine Runde gedreht. Nostalgische Kindheitserinnerungen mischen sich hier mit einer wundervollen Umgebung. Am liebsten spaziere ich von dem Haupteingang an der Hermesvilla vorbei bis hinauf zur Jagdhütte.

Alle Museumsliebhaber sollten am ersten Sonntag im Monat vorbeikommen, denn da kann die Hermesvilla kostenfrei besichtigt werden.

Kahlenberg

Der Kahlenberg steht auf meiner Ausflugsliste ganz oben. Gerne komme ich auf einen Kaffee in den Coffeeshop neben dem Modul oder auf gute österreichische Hausmannskost ins Häusl am Stoa. Wenn man sich aber körperlich ein wenig betätigen möchte, kann man ja eine kleine Stadtwanderung wagen und die Nase, ein recht steiles Stückchen Weg, hinauf marschieren.

Schönbrunn

Viele mögen es vielleicht nicht glauben, aber Schönbrunn ist auch neben dem Tierpark und dem Weihnachtsmarkt für einen Besuch gut. Der Weg vom Alten Platz in Hietzing zur Gloriette ist kein zu anstrengender und die Aussicht lohnt sich alle Mal. Auch im Schlosspark lässt es sich hervorragend umherwandeln. Anschließend kann auch noch ein Bummel durch Hitzing Downtown unternommen werden – ist bestimmt nicht verkehrt und beim Mario gibt es vor 10:30 Uhr für 1,40€ Kaffee egal welcher Sorte.

Steinhofgründe

Jeder der Jugendstil mag, der mag wahrscheinlich auch Wagner und daher ganz bestimmt auch die Universumskirche auf den Steinhofgründen. Gerne drehe ich dort meine Runde, vor allem, weil mich das Plätzchen an meine ehemalige Mitbewohnerin und sehr gute Freundin erinnert – die macht gerade ihren Master in Amsterdam. Hin und wieder sind wir zu den Steinhofgründen gedüst und haben bei einem kleinen Picknick ein paar Gläschen Wein genossen. Letztens bin ich erst mit dem Bus hinauf gefahren und dann zu Fuß in die Stadt zurückmarschiert. Das dauert ungefähr 1 1/4 Stunden und man lernt den 16. Bezirk ein bisschen besser kennen.

Prater

Für den Wiener öffentlich sehr einfach zu erreichen, ist der Prater. Dieses Naherholungsgebiet verspricht auch wirklich ein wenig Ruhe und Frieden in der hektischen Großstadt. Die Prater Hauptallee entlang schlendern, auf einem Bänkchen plauschen und sich anschließend vielleicht noch eine Fahrt mit einer Achterbahn gönnen, bevor der Winter kommt – so lässt es sich leben. Und der Kaffee kommt von der Meierei, dem Lusthaus oder dem Alten Jägerhaus.

Nussberg

Wenn ich durch die Weingärten am Nussberg schlendere, kommen bei mir immer Urlaubsgefühle hoch. Das macht das Hügelchen deshalb auch zu dem perfekten Ausflugsziel für entspannte Sonntage. Das ein oder andere Gläschen darf dabei natürlich auch gekippt werden. In Grinzing – das Örtchen ist ja auch so nett – wird dann zu Abend gegessen.

Gehörgänge

Als ich das letzte Mal in Berlin war, habe ich ein unglaublich tolles Museum besucht, das so vielleicht gar nicht genannt werden darf. Es handelt sich nämlich um einen Audioweg an dem Standort eines ehemaligen Stasi-Frauengefängnisses. Heute befindet sich dort ein Kinderverkehrsübungsplatz (gutes Hang-Man-Wort).  Da ich damals so begeistert war, wollte ich wissen, ob Wien auch etwas Ähnliches zu bieten hat. Hat es! Nämlich die Gehörgänge: Hörbare Stadtspaziergänge an Orte politischer Selbstberechtigung. Die Audio-Files stehen auf der Website zum Download zur Verfügung. Kopfhörer auf und los!

 

So, das wars!

Ich wünsche euch einen schönen Spaziergang.