6 Tipps für eine Fernbezieung

6 Tipps für eine Fernbezieung

Beziehungen sind harte Arbeit, wenn die geografische Komponente dabei auch noch eine entscheidende Rolle spielt, werden sie umso härter. Dabei ist es egal, ob man nur zwei Auto- oder zwei Flugstunden voneinander entfernt ist. Wenn es zu Meinungsverschiedenheiten kommt, ist es viel schwieriger sich bei einem Anruf zu entschuldigen. Gute-Nacht- und Gute-Morgen-SMS sind schön, aber nicht so schön, wie neben dem Partner oder der Partnerin aufzuwachen. Wenn man traurig ist oder einfach nur einen schlechten Tag hatte, wünscht man sich von der einen Person in den Arm genommen und getröstet zu werden.

Früher stand ich Fernbeziehungen zum Teil skeptisch, zum Teil auch sehr naiv gegenüber. Ich dachte, wenn man wirklich will, schafft man das auch. Und dieser Ansicht bin ich noch immer. Wenn der oder die Richtige kommt, dann ist Entfernung nicht mehr eine so große Hürde, wie es früher bei potentiellen neuen Partnern und Partnerinnen der Fall zu sein schien. Dass ich eine Fernbeziehung eingehen würde, hätte ich aber dennoch nicht gedacht. Jetzt bin ich seit einigen Monaten in einer – auch, wenn die Entfernung wirklich nicht so groß ist und wir uns jedes Wochenende sehen können – und habe einiges gelernt, das ich in vorigen Beziehungen, bei denen die Entfernung keine Rolle spielte, vermisst oder gar bemängelt habe.umso härter. Dabei ist es egal, ob man nur zwei Auto- oder zwei Flugstunden voneinander entfernt ist. Wenn es zu Meinungsverschiedenheiten kommt, ist es viel schwieriger sich bei einem Anruf zu entschuldigen. Gute-Nacht- und Gute-Morgen-SMS sind schön, aber nicht so schön, wie neben dem Partner oder der Partnerin aufzuwachen. Wenn man traurig ist oder einfach nur einen schlechten Tag hatte, wünscht man sich von der einen Person in den Arm genommen und getröstet zu werden.

PLANUNG

Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als mir Typen, die ich gerade datete nie konkret sagen konnten, wann sie Zeit hatten. „Machen wir das doch spontan aus“, hieß es dann meistens. Spontan geht bei einer Fernbeziehung nicht. Man muss Züge, Busse, Flugtickets kaufen und last minute kann da schon sehr teuer werden. Mein Freund und ich können uns zum Glück jedes Wochenende sehen, dennoch planen wir immer genau, wer wann zu wem fährt. Ist vielleicht nicht so sexy, aber dafür ärgert man sich im Nachhinein weniger. Ich habe wirklich oft Zeit verschwendet darauf zu warten, dass mir die Typen sagten, wann sie denn endlich Zeit für mich hätten und habe mein Leben teilweise nach ihren Plänen gerichtet. Aber so funktioniert das nicht. Man sitzt im selben Boot und so muss man auch Kompromisse eingehen.

GEMEINSAMKEIT

Wenn wir dann gemeinsam Zeit verbringen, versuchen wir sie nicht als selbstverständlich zu nehmen. Das Handy bleibt daher aus. Vielleicht habt ihr es selbst schon bemerkt, dass ich an den Wochenenden kaum noch online bin und nur in seltenen Fällen Stories mit euch teile. Das liegt einfach daran, dass ich die wenige Zeit, die wir zusammen haben, in der echten Welt genießen will.

KOMMUNIKATION

Früher habe ich mich und meine Bedürfnisse immer zurückgenommen und Männern, mit denen ich in einer Beziehung war oder sogar nur datete nie mitgeteilt, was ich möchte, welche Erwartungen ich habe, oder gar, was ich mir wünsche, sondern habe sie einfach machen lassen und gehofft, sie würden schon meine Gedanken lesen. Meistens lag es auch einfach daran, dass ich irgendwo tief in mir wusste, dass sobald ich gewisse Dinge ausspreche, die Beziehung bzw. das, was man miteinander hatte, zu Ende gehen würde. In einer Fernbeziehung bzw. beim „Fern-Dating“ geht das nicht. Damit die Beziehung überhaupt eine Chance hat, muss man gleich zu Beginn ehrlich zueinander sein und sagen, was man sich wünscht und was man will. Meinen Freund habe ich im Urlaub kennengelernt. Klar, hatten wir Glück, dass ich in Wien bin und er in Brünn lebt. Keine zwei Autostunden voneinander entfernt. Dennoch haben wir uns kennengelernt, indem er mal mich in Wien besuchte und ich ihn in Brünn. Talk about pressure. Ich habe aber versucht das alles so locker wie möglich anzugehen, mir und meinen Bedürfnissen aber immer treu zu bleiben. Wir haben recht am Anfang schon gesagt, worauf wir hinaus sind und dass wir es wenigstens versuchen.
Auch jetzt reden wir sehr offen miteinander, denn das müssen wir auch. Andere Paare können durch non-verbale Kommunikation auch miteinander kommunizieren, wenn man aber die ganze Woche nur per WhatsApp oder Facetime spricht, gehen diese kleinen aber bedeutungsvollen Gesten unter. Man muss seine Gedanken und Gefühle so klar wie möglich für den anderen äußern und kann nicht hoffen, dass der Partner oder die Partnerin sie auf einmal errät.

Fernbeziehungen sind zu fast 90% Versprechen

ZIELE

Fernbeziehungen sind zu fast 90% Versprechen der Sorte „Wenn wir in derselben Stadt leben, dann können wir…“ Um keinen zu hohen Erwartungsdruck aufzubauen, ist es wichtig sich gemeinsame Ziele zu setzen, auf die man gemeinsam hinfiebert. Um sich diese setzen zu können, muss man auch wirklich sehr offen miteinander reden (ergo Punkt  3). Unter gemeinsame Ziele fallen beispielsweise eine große gemeinsame Reise oder der Plan zusammenzuziehen. Diese Meilensteine rechtfertigen den Stress jeder Trennung und man freut sich umso mehr auf die gemeinsame Zeit. Ihr könnt euch das in etwa so vorstellen: Ihr macht ein schlecht bis gar unbezahltes Praktikum mit dem Versprechen irgendwann vom Unternehmen übernommen zu werden. Es vergehen Jahre und ihr seid noch immer schlecht bezahlte Praktikanten. Wer will denn so lange in der Luft hängen gelassen werden?

WEITERLEBEN

Fernbeziehungen sowie andere Beziehungen auch, erfordern gewisse Opfer. Oft bedeutet das, weniger Zeit für seine Freunde. Man sollte diese aber keinesfalls vernachlässigen. Sie sind nämlich für einen da, wenn es schwierig wird, wenn die Beziehung in die Brüche gehen sollte, wenn man vielleicht doch nicht zum geplanten Zeitpunkt zusammenzieht oder verreist, weil andere Dinge dazwischen gekommen sind. Hobbys, Freundschaften und Interessen sollten in der eigenen Stadt trotz einer Fernbeziehung weiter kultiviert werden. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir mit der Balance schwertue. Zum einen möchte ich die Wochenenden mit meinem Freund verbringen, zum anderen will ich auch meine Freunde treffen, die alle ohnehin ihre eigenen Leben und Beziehungen führen und daher auch nicht so oft Zeit haben etwas zu unternehmen. Es ist ein schwieriger Balance-Akt, aber definitiv machbar.

VERTRAUEN

Jede Beziehung basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Wenn man aber geografisch weiter voneinander entfernt ist, spielt diese Komponente eine wichtigere Rolle als ohnehin schon. Man muss in der Lage sein, seinem Partner oder seiner Partnerin im Alltag zu vertrauen. Man kann nicht 24/7 bei ihnen sein und nach ihnen sehen.

Ich bin definitiv kein Profi auf diesem Gebiet, dennoch habe ich über die letzten Monate einiges aus meinem eigenen Verhalten in meiner aktuellen Beziehung und Situation gelernt und möchte dieses Wissen mit euch teilen.

Seid ihr in einer Fernbeziehung? Habt ihr noch mehr Tipps? Hinterlasst sie mir doch in den Kommentaren!

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2 Comments

  • 6 Monaten ago

    Hallo liebe Marcia,
    durch Deine schönen Schilderung bekomme ich das Gefühl, mich in dieses Schicksal hineinversetzen zu können (auch wenn das u.U. eine Illusion ist; denn es ist ja doch nicht das Gleiche, wie wenn es selbst erlebt wird).
    Bei mir war nur der Anfang der Beziehung etwa ein bis 2 Monate eine Fernbeziehung. Dann blieben wir schon zusammen (und am gleichen Ort). Da war ich ur froh.
    Ich drücke Dir die Daumen, dass alles gut weitergeht.
    LG

  • Julia
    6 Monaten ago

    Ich bin gerade in einem mega aufregenden Kapitel meines Lebens, zuerst war ich 5 Monate in Florida und jetzt bin ich bis Juli in Spanien – beide Male fürs Studium und beide Male ohne meinem Freund. Ich vermisse ihn mehr, als ich dachte und vor allem wenn ich gerade nichts zu tun habe, kommt dann manchmal auch das Heimweh durch… Aber das ist okay, weil ich weiß dass es nicht für immer ist, sondern es einen Tag x gibt, an dem ich wieder bei ihm bin – das macht es dann schon wieder viel einfacher. Im Alltag helfen auch Kleinigkeiten – facetimen, Fotos oder Nachrichten wenn ich gerade an ihn denken musste oder umgekehrt 😁