Wenn das Leben an einem vorbeizuziehen scheint, dann muss man auf die Bremse drücken. Einfach einmal ein bisschen langsamer machen. Uns, Nina und Márcia, geht es gerade genauso. Wir haben unsere eigenen Grenzen erkannt und kehren hinter diese mit einer Auszeit zurück.

Manchmal können uns unsere eigenen Leben überrumpeln, wirken auf uns überwältigend, sodass wir das Gefühl haben zu implodieren. Innerlich von der eigenen To-Do-Liste, von den negativen Seiten des Lebens und vom Stress aufgefressen zu werden. Mit der Zeit fühlen wir uns schwacher, kränkeln immer mehr, fühlen uns angeschlagen und uninspiriert und einfach nicht richtig glücklich. Das liegt nicht daran, dass unser Leben so schrecklich ist, sondern vielmehr, an der Tatsache, dass wir uns selbst so übernehmen, dass wir nicht dazu kommen, die schönen Momente im Leben zu genießen, weil wir mit den Gedanken bereits in der Zukunft sind. Wir denken immer an die Dinge, die noch anstehen, die noch gemacht gehören.

Wenn das passiert ist es wichtig sich für eine Weile zurückzunehmen, Prioritäten neu zu definieren, um ein kleines bisschen von unserer mentalen Gesundheit zu wahren. Sobald dieses Chaos dann beseitigt, verflogen und der größte Stress vorbei ist, können wir zurück in die Normalität kehren. In der Zeit sind wir emotional gewachsen und haben neue Erfahrungen gewonnen.

Nina

Das Mensch-Sein birgt die Möglichkeit, immer Neues zu entdecken – hinter der nächsten Ecke kann schließlich schon eine vollkommen andere Welt warten, jeder Schritt kann in eine neue Richtung gehen. Und das ist schön! Doch derzeit gibt es in meinem Leben einfach ein paar Herausforderungen zu viel – viel zu viele Baustellen, die mich zwar weiterbringen und formen, aber auch ermüden.

Ich bin jung, vielleicht sogar in meinen besten Jahren und irgendwie fühle ich mich nicht so. Zu wenig Zeit steht mir zur Verfügung, denn derzeit arbeite ich Vollzeit, schreibe an meiner Magisterarbeit, die ich gerne im September abgeben wollen würde, ziehe um und sollte einen dreiwöchigen Urlaub planen…und nicht zu vergessen, arbeite an unserem Ventil zwischen Innen- und Außenwelt, dem Blog.  Das ist eine Menge und derzeit sogar zu viel.

Ich habe beschlossen, ein bisschen langsamer zu machen und werde versuchen, mir den Wind aus den Segeln zu nehmen – vor allem bei dem Punkt, den ich liebe und der mir auch weiterhin noch Spaß machen soll. Schlicht: auf The Ladies. wird es bis Ende September, wahrscheinlich aber länger, ein wenig ruhiger an der Nina-Front. Und das eben nicht, weil ich das Schreibe nicht liebe, sondern, weil ich es nicht vor lauter Müdigkeit und Stress zu hassen beginnen möchte.

Das bedeutet nicht, dass ich komplett vom Fenster verschwinde. Hier und da gibt es sehr wohl noch etwas von zu lesen und zu sehen, doch eben weniger. Die Bremse wurde gedrückt! Als fröhlicher Mensch möchte ich nicht grantelnd und vor allem jammernd durch die Gegend gehen. Eines nach dem anderen ist die Devise. A apropos jammern: damit ist jetzt Schluss. Mein Absatz endet bestimmt nicht so! Jede Medaille hat zwei Seiten und so auch diese. Hier sind die positiven des Ganzen:

Vollzeit-Job:

Ich bin dankbar, mit meinen jungen Jahren die Chance bekommen zu haben, mich zu beweisen und ein vollständiges Mitglied des Teams zu sein. Jeden Tag treffe ich auf neue Herausforderungen und darf Spannendes erleben. Schon jetzt habe ich so viel mitgenommen.

Magisterarbeit:

Stundet/in sein ist ein Privileg, das muss schon als Erstes gesagt werden. Jetzt, speziell am Schreiben der Magisterarbeit, spüre ich oft einen inneren Stolz. So viel habe ich in so kurzer Zeit geschafft und wenn dieser Lebensabschnitt zu Ende geht, werde ich bestimmt die eine oder andere wehmütige Träne verdrücken.

Umzug:

Auf in ein neues Abenteuer! Der Umzug an sich ist vielleicht stressig, aber ansonsten kann an dieser Front nicht gemeckert werden. Ich ziehe schließlich mit einem meiner Lieblingsmenschen zusammen, da ist mein Gejammer eigentlich komplett fehl am Platz. Die Vorfreude ist übrigens groß. 🙂

Urlaubsplanung:

Im September geht es für drei Wochen nach Kanada. Bei der Urlaubsplanung kann ich mich jedes Mal ein bisschen vorfreuen. Und Vorfreude ist schließlich die schönste Freude.

The Ladies.:

Ich liebe was ist tue. Tipp, tipp, tipp… Wörter bilden Sätze, bilden Texte, bilden einen Weg, Gedanken nach außen zu tragen. Ich bin sehr froh, Teil eines so tollen Projekts sein zu dürfen. Ein bisschen ruhiger darf es in nächster Zeit dennoch werden. Auf Flüsterbatschen schleiche ich mich auch schon davon…

 

Márcia

Seit einigen Monaten versinke ich in Arbeit, Uni, Freizeit-Stress und Blog-To-Dos. Ich möchte meinen Job als Redakteurin und Bloggerin sehr gut meistern, sodass ich mir zu viel aufhalse, das ich am Ende sowieso nicht wirklich schaffe. Gleichzeitig möchte ich meine Freunde und Familie treffen, möchte in den Urlaub fahren und meine Masterarbeit endlich voranbringen.

Wenn ich dann die Status-Updates meiner Kommilitonen sehe, die breit grinsend eine gebundene Masterarbeit in die Kamera halten und endlich diese zwei kleinen Buchstaben, die gleichzeitig so viel Macht haben – „MA“ – hinter ihre Namen setzen können, werde ich ein bisschen neidisch. Ich gönne es ihnen aus tiefstem Herzen, bekomme aber auch sofort das Gefühl eine Versagerin zu sein, die es nie schaffen wird die Arbeit fertig zu schreiben und abzugeben.

Vollzeitjob, Vollzeit-Blog, Masterarbeit und ein halbwegs anständiges Sozial- und Privatleben zu schaukeln ist anstrengender als mancher glaubt. Meine Ziele und Prioritäten verschwimmen in einander und ich weiß nicht womit ich zuerst anfangen soll, Deadlines haben mittlerweile keine Wirkung mehr auf mich. Ich fühle mich nur noch innerlich leer, möchte weinen und mich irgendwohin katapultieren. Ich weiß, dass dies gerade wie ein Ersteweltproblem klingt, aber wenn man so viel zu tun hat, dass man nicht mehr wirklich in der Lage ist abzuschalten, selbst nicht im Urlaub, dann hat dies auf Dauer gesundheitliche Folgen. Das merke ich langsam auch an mir. Auf Social Media wirkt alles super, als hätte ich keine Sorgen, als wäre mein Leben perfekt. Aber die innere Unruhe und diese Unzufriedenheit mit einem Selbst bleiben immer.

Nach einem langen Gespräch mit meiner Mama – Mamas haben die besten Ratschläge, auch wenn wir sie nie hören wollen – bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich – früher oder später – kürzer treten muss, und auch mal auf mich selbst hören.

Aus diesem Grund, habe ich beschlossen ab September bis ca. März weniger aktiv auf den Blog und generell als Bloggerin zu sein. Die Entscheidung dafür ist mir sehr sehr schwer gefallen, da Ladies für mich ein kreatives Outlet ist, wo ich meine Gedanken und Gefühle teilen kann, eine Plattform, die mir hilft Stress abzubauen. Wenn dein Baby, aber langsam mehr Stress als Freude bringt, weil man sich gezwungen fühlt ständig zu posten, aktiv zu sein und auf Events zu gehen und so die anderen Dinge im Leben – ergo Masterarbeit und Vollzeit-Job – an zweiter und dritter Stelle reiht, dann ist es an der Zeit eine wichtige Entscheidung zu fällen.

Das heißt nicht, dass ich mich komplett von ladies trenne, sondern nur, dass man nun weniger von mir lesen und sehen wird, da ich mich auf meinen Masterabschluss und meinen Job konzentrieren muss. Wenn die Masterarbeit und die Prüfung dann endlich vorbei sind, wird auch der Blog einen viel höheren Stellenwert bekommen, da eine große Last von meinen Schultern abgefallen ist. Ich werde trotzdem weiterhin schreiben, da dies für mich eine beruhigende Wirkung hat. Essays, Kurzgeschichten und eventuell auch größeres, aber dies muss warten bis mein Leben ein bisschen geordneter ist.

Ich hoffe ihr versteht unsere Entscheidung und verzeiht uns die Abwesenheit.